Sanfte Griffe, spürbare Erleichterung
Kaum Druck, viel Wirkung: Die manuelle Lymphdrainage bringt Gewebsflüssigkeit dorthin zurück, wo der Körper sie abtransportieren kann.
Ein System, das keine Pumpe hat
Das Lymphsystem hat kein Herz. Es lebt von Bewegung, Muskelpumpe und dem feinen Eigenrhythmus seiner Gefäße. Ist es überlastet – nach einer Operation, nach Bestrahlung oder bei einem Lymphödem –, staut sich Flüssigkeit im Gewebe.
Die manuelle Lymphdrainage arbeitet deshalb mit sehr leichtem Druck und kreisenden, schiebenden Griffen in Richtung der gesunden Lymphknoten. Sie ist die vielleicht sanfteste Behandlung, die wir anbieten – und bei den richtigen Indikationen eine der wirksamsten.
Nach welchen Konzepten wir arbeiten
Nach Dr. Asdonk
Das klassische deutsche Konzept mit klar definierter Griffabfolge und Reihenfolge der Körperregionen.
Nach Prof. Földi
Die Weiterentwicklung als Teil der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie – inklusive Bandagierung und Bewegung.
Marnitztherapie
Kombiniert gezielte Tiefengriffe mit entstauender Arbeit – gut bei Beschwerden, die Stau und Verspannung mischen.
Was nach der Behandlung wichtig ist
Die Lymphdrainage öffnet den Abfluss – halten muss ihn die Kompression. Deshalb gehört zur Entstauungstherapie fast immer ein gut sitzender Kompressionsstrumpf oder eine Bandage. Wir erklären Ihnen, worauf Sie beim Anziehen achten und wann ein Nachmessen im Sanitätshaus fällig ist.
Dazu kommt Bewegung: Schon zehn Minuten Gehen nach dem Termin unterstützen den Abtransport spürbar. Wir zeigen Ihnen einfache Entstauungsübungen, die Sie im Sitzen machen können.
Typische Anlässe
- Lymphödem, primär oder sekundär
- Nach Brustkrebsoperation und Entfernung von Lymphknoten
- Nach Operationen an Knie, Hüfte oder Sprunggelenk
- Lipödem, begleitend zur Kompressionstherapie
- Schwellungen nach Verletzungen und Sportunfällen
- Narbenbehandlung und Gewebeauflockerung
Verordnung: Auf dem Rezept steht „MLD 30", „MLD 45" oder „MLD 60" – die Zahl gibt die Behandlungszeit an und richtet sich danach, wie viele Körperregionen behandelt werden. Achten Sie darauf, dass die Kompressionsversorgung mit verordnet wird; ohne sie verpufft ein Teil der Wirkung.
Häufige Fragen
Nein. Wenn es schmerzt, ist der Druck zu hoch. Die meisten empfinden die Behandlung als angenehm und werden dabei müde – das ist eine normale vegetative Reaktion.
In der Entstauungsphase oft zwei- bis dreimal pro Woche, später seltener. Bei chronischen Ödemen ist eine dauerhafte Verordnung möglich; das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Leichte Bewegung ist ausdrücklich erwünscht. Intensive Belastung direkt nach der Behandlung ist eher ungünstig – planen Sie den Termin dann lieber nach dem Training.
Sagen Sie es uns. Wir bandagieren übergangsweise und geben Ihnen die Argumente mit, die Sie für die Verordnung beim Arzt brauchen.
Schwere Beine, geschwollener Arm?
Bringen Sie Ihre Verordnung mit. Wir entstauen, bandagieren bei Bedarf und zeigen Ihnen, was Sie selbst tun können.
Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose. Ob eine Therapie für Sie geeignet ist, klären wir gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.