Wenn die Hände die Diagnose stellen
Manuelle Therapie beginnt mit Tasten, nicht mit Behandeln. Erst wenn wir wissen, welches Gelenk klemmt, lösen wir es.
Ein Millimeter zu wenig Spiel reicht
Gelenke brauchen ein winziges Maß an Spiel, um sauber zu gleiten. Fehlt dieses Gelenkspiel – nach einer Verletzung, einer falschen Bewegung oder Jahren am Schreibtisch –, arbeiten die umliegenden Muskeln dagegen an. Das Ergebnis fühlt sich an wie Verspannung, ist aber eine mechanische Ursache.
In der manuellen Therapie prüfen wir jedes Segment einzeln: Wie weit geht es? Wo endet die Bewegung, und wie fühlt sich dieses Ende an? Aus diesen Befunden ergibt sich die Behandlung fast von selbst.
Konzepte, mit denen wir arbeiten
Nach Kaltenborn
Translatorisches Gleiten: sanfte, exakt dosierte Bewegungen entlang der Gelenkflächen. Präzise und gut verträglich.
Nach Maitland
Behandlung in fein abgestuften Graden, laufend am Schmerzverhalten ausgerichtet – ideal bei akuten Reizzuständen.
Nach Sachse
Manuelle Medizin am Bewegungssegment, besonders bei Funktionsstörungen der Wirbelsäule.
McKenzie (MDT)
Mechanische Diagnostik: wiederholte Bewegungen zeigen, in welche Richtung der Schmerz nachlässt. Sie behandeln danach selbst weiter.
Wirbelsäulentherapie nach Dorn
Die Dorn-Methode arbeitet mit sanftem Druck, während Sie sich bewegen. Kein Ruck, kein Knacken – der Muskel bleibt entspannt, weil er beschäftigt ist. Viele empfinden das als deutlich angenehmer als klassische Einrenktechniken.
Wir setzen sie ein, wenn Beckenschiefstand, Beinlängendifferenz oder wiederkehrende Blockaden im Spiel sind – und immer in Kombination mit Übungen, damit das Ergebnis hält.
Wobei manuelle Therapie hilft
- Blockaden der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule
- Schulterschmerz, Impingement, eingeschränkte Beweglichkeit
- Kiefergelenkbeschwerden (CMD) und Spannungskopfschmerz
- Knie-, Hüft- und Sprunggelenkbeschwerden
- Nach Ruhigstellung durch Gips oder Schiene
- Wiederkehrende Beschwerden, die auf Massage allein nicht ansprechen
Wichtig zu wissen: Manuelle Therapie ist eine eigene Position auf dem Rezept („MT") und darf nur von entsprechend fortgebildeten Therapeutinnen und Therapeuten erbracht werden. Bei uns ist diese Qualifikation Standard, nicht Ausnahme.
Häufige Fragen
In der Regel nicht. Wir arbeiten überwiegend mit gleitenden und haltenden Techniken. Wenn ein Geräusch entsteht, ist es meist harmlos – aber es ist nicht das Ziel der Behandlung.
Chiropraktik arbeitet klassisch mit schnellen Impulsen. Manuelle Therapie in der Physiotherapie setzt auf dosierte, wiederholbare Techniken plus aktive Übungen – langsamer im Moment, aber nachhaltiger.
Häufig ja, zumindest ein Stück weit. Halten wird das Ergebnis aber erst, wenn die Muskulatur die neue Beweglichkeit auch sichern kann. Deshalb gehören Übungen immer dazu.
Ja, mit angepasster Technik. Sagen Sie uns Vorerkrankungen und Medikamente vor der ersten Behandlung – wir wählen die Griffe entsprechend.
Lassen Sie uns nachsehen, wo es klemmt
Ein sauberer manueller Befund dauert eine Einheit und erspart Ihnen oft Wochen Ausprobieren.
Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose. Ob eine Therapie für Sie geeignet ist, klären wir gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.